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Neu ab 01.01.2027 · für Selbstständige

Der Staat fördert Ihre Altersvorsorge jetzt auch, wenn Sie sich selbstständig gemacht haben.

Das neue Altersvorsorgedepot ersetzt die Riester-Rente — mit bis zu 540 € staatlicher Zulage pro Jahr. Und erstmals: ausdrücklich auch für Selbstständige und Freiberufler.

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Live mit Jan Ruhoff & Marius Plattfaut — jede Woche, mit Fragerunde. Im Anschluss direkt buchbar: ein persönliches Erstgespräch.

Die 3 Schichten der Altersvorsorge — und wie Sie sie kombinieren

Bevor es um das Altersvorsorgedepot im Detail geht: Jede Altersvorsorge in Deutschland gehört in eine von drei Schichten. Wer die Unterschiede kennt, weiß sofort, wo sein nächster Euro am besten aufgehoben ist.

1

Basisversorgung

Gesetzliche Rente · Basisrente (Rürup)

Die Pflichtbasis: gesetzliche Rentenversicherung für Angestellte, freiwillige Basisrente (Rürup) vor allem für Selbstständige. Der Staat fördert hier über den Steuerabzug, nicht über eine Zulage.

Vorteile
  • Beiträge zu 100% steuerlich absetzbar (seit 2023), bis 30.826 €/Jahr (2026, Ledige) bzw. 61.652 € (Verheiratete)
  • Für Selbstständige oft der einzige Weg, in großem Volumen Steuern zu sparen
  • Pfändungsschutz
Nachteile
  • Nur lebenslange monatliche Rente — keine Kapitalauszahlung möglich
  • Grundsätzlich nicht vererbbar (Ausnahmen nur eng gefasst)
  • Volle Versteuerung in der Rentenphase mit persönlichem Einkommensteuersatz
  • Kein vorzeitiger Zugriff, keine Flexibilität
Sinnvoll für: in erster Linie sehr hohe Einkommen mit hohem Grenzsteuersatz — die Steuerersparnis heute muss die Unflexibilität im Alter rechtfertigen. Für die meisten Selbstständigen ist Schicht 2 der bessere erste Baustein.
2

Geförderte Zusatzvorsorge

Altersvorsorgedepot (neu) · bAV

Das neue Altersvorsorgedepot (Riester-Nachfolger, ab 01.01.2027) für Selbstständige — oder die betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitgeber. Hier zahlt der Staat direkt mit, unabhängig vom eigenen Steuersatz.

Vorteile
  • Direkte staatliche Zulage: 50% auf die ersten 360 €/Jahr, 25% bis 1.800 €/Jahr — bis zu 540 €/Jahr, unabhängig von Ihrem Steuersatz
  • Bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind und Jahr obendrauf
  • Anlage am Kapitalmarkt (Aktien, Fonds, ETFs) statt Sparbuch-Verzinsung
  • Pfändungsschutz
  • Flexiblere Auszahlung als früher: Auszahlplan, lebenslange Rente oder Kombination
Nachteile
  • Förderung ist gedeckelt — ab 1.800 €/Jahr Eigenbeitrag gibt es keine weitere Zulage mehr
  • Kapital gebunden bis 65 bzw. gesetzlichem Rentenbeginn — vorzeitige Entnahme ist förderschädlich (Zulagen und Steuervorteile müssen zurückgezahlt werden)
  • Versteuerung in der Rentenphase mit persönlichem Einkommensteuersatz
  • bAV häufig nur als monatliche Rente ohne Kapitaloption
Sinnvoll für: praktisch jeden — dies ist der Baustein, den Sie zuerst bis zur vollen Förderung auffüllen sollten (150 €/Monat = 1.800 €/Jahr), bevor Schicht 3 ins Spiel kommt.
3

Flexible Privatvorsorge

Versicherungsmantel · Fondspolice

Alles, was über die geförderte Schicht 2 hinausgeht, gehört hierhin: freie Vorsorge über einen Versicherungsmantel, ohne Zulage, dafür mit voller Flexibilität und einem eigenen Steuervorteil am Ende der Laufzeit.

Vorteile
  • Halbeinkünfteverfahren bei Kapitalauszahlung: nur die Hälfte der Erträge wird besteuert (Voraussetzung: Vertrag ≥ 12 Jahre gelaufen und Auszahlung ab dem 62. Lebensjahr)
  • Kein Zulagen-Limit, keine feste Beitragsgrenze
  • Alternativ: Verrentung mit Rentenfaktor, dabei wird nur der Ertragsanteil besteuert
  • Kein Verrentungszwang, volle Gestaltungsfreiheit bei Ein- und Auszahlung
Nachteile
  • Keine direkte staatliche Förderung
  • Kein Steuerabzug während der Ansparphase
  • Steuervorteil greift erst nach 12 Jahren Laufzeit + ab 62 — bei kurzen Laufzeiten kaum Vorteil gegenüber einem einfachen ETF-Depot
Sinnvoll für: alle, die in der Rentenphase steuerlich flexibel bleiben wollen und deren Sparrate über die volle AVD-Förderung hinausgeht.

Die optimale Reihenfolge — kurz gefasst

Schritt 1

Schicht 2 (Altersvorsorgedepot) bis zur vollen Förderung auffüllen — 150 €/Monat, das holt die kompletten 540 €/Jahr Zulage plus Kinderzulage.

Schritt 2

Prüfen, was über den Arbeitgeber an bAV möglich ist, falls angestellt bzw. zusätzlich beschäftigt.

Schritt 3

Jeden weiteren Euro in Schicht 3 investieren — außer bei sehr hohem Steuersatz, dann lohnt zusätzlich ein Blick auf Schicht 1 (Basisrente).

Ihr persönlicher Schichten-Rechner

Ein paar Angaben — und Sie sehen, wie sich Ihr Sparbetrag optimal auf die drei Schichten verteilt, plus Ihre staatliche AVD-Förderung im Detail.

Was tatsächlich auf Ihrem Konto ankommt — wir rechnen daraus Ihre ungefähre Steuerbelastung zurück.
0
Ihr optimaler Schichten-Mix bei 200 €/Monat
Schicht 1
0 €
Schicht 2
150 €
Schicht 3
50 €
Ihr geschätzter Grenzsteuersatz
30%
AVD-Zulage / Jahr
540 €
davon Kinderzulage
0 €
Über 20 Jahre (nur Zulage)
10.800 €
Budget/MonatSchicht 1Schicht 2Schicht 3
1000 €100 €0 €
2000 €150 €50 €
3000 €150 €150 €
4000 €150 €250 €
Tragen Sie Ihre E-Mail ein, um Ihren vollständigen Schichten-Mix zu sehen.
Vereinfachtes Modell auf Basis des Einkommensteuertarifs 2026 (§32a EStG) und der offiziellen AVD-Eckwerte. Netto→Brutto-Rückrechnung und Grenzsteuersatz sind Näherungswerte ohne Kirchensteuer und ohne individuelle Sonderausgaben — keine Steuerberatung.