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Betriebliche Altersvorsorge · Ratgeber

Direktversicherung 2026: die drei Zahlen, die jede Lohnabrechnung braucht

Von Jan Ruhoff · Makler mit FliegeStand: 28. August 2026Lesezeit: ca. 4 Minuten

Der Klassiker der betrieblichen Altersvorsorge, auf den Stand 2026 gebracht: was steuerfrei ist, was sozialversicherungsfrei bleibt, was der Arbeitgeber zuschießen muss - und wo die Grenzen liegen. Plus: der Punkt, an dem die nächste Stufe beginnt.

Das Wichtigste in drei Sätzen

Bei der Direktversicherung zahlt der Arbeitgeber Beiträge in eine Rentenversicherung zugunsten des Arbeitnehmers - aus dem Bruttogehalt (Entgeltumwandlung) oder zusätzlich. 2026 sind bis zu 8.112 Euro im Jahr steuerfrei (8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro), davon bleiben bis zu 4.056 Euro auch sozialversicherungsfrei. Wandelst du als Mitarbeiter Entgelt um und spart dein Arbeitgeber dadurch Sozialversicherungsbeiträge, muss er 15 Prozent Zuschuss geben (§ 1a Abs. 1a BetrAVG).

1Die Zahlen 2026 im Überblick

GrößeWert 2026Grundlage
Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung101.400 € / JahrSV-Rechengrößenverordnung 2026
Steuerfrei (8 %)8.112 € / Jahr = 676 € / Monat§ 3 Nr. 63 EStG
Sozialversicherungsfrei (4 %)4.056 € / Jahr = 338 € / Monat§ 1 Abs. 1 Nr. 9 SvEV
Arbeitgeberzuschuss bei Entgeltumwandlung15 % des umgewandelten Entgelts§ 1a Abs. 1a BetrAVG, soweit SV-Ersparnis

2Für wen sich der Blick lohnt

  • Als Mitarbeiter: Die Beiträge fließen vor Steuern. Aus 100 Euro Umwandlung wird kein Netto-Verzicht von 100 Euro, sondern deutlich weniger - und obendrauf kommen 15 Prozent Zuschuss vom Arbeitgeber.
  • Als Gesellschafter-Geschäftsführer: Du bist lohnsteuerlich Arbeitnehmer deiner eigenen GmbH - die Direktversicherung ist die erste Sprosse deiner betrieblichen Vorsorge. Als beherrschender GGF gilt: Vereinbarung im Voraus, schriftlich, fremdüblich.
  • Als Arbeitgeber: Beiträge sind Betriebsausgabe, und die Direktversicherung ist der verwaltungsärmste Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge.

3Was viele übersehen

  • Nachgelagerte Besteuerung: Die spätere Rente oder Kapitalleistung ist voll steuerpflichtig (§ 22 Nr. 5 EStG); bei gesetzlich krankenversicherten Rentnern fallen auf Betriebsrenten oberhalb des Freibetrags Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an.
  • Grenze erreicht - und dann? Wer die 8 Prozent ausschöpft und mehr mit Firmengeld vorsorgen will, wechselt nicht das Produkt, sondern die Stufe: Die Unterstützungskasse kennt keine vergleichbare Höchstgrenze für die Dotierung.
  • Alte Verträge: Vor-2005-Verträge mit Pauschalbesteuerung (§ 40b EStG alt) haben eigenen Bestandsschutz - vor jeder Änderung prüfen lassen, nichts vorschnell kündigen.
  • Portabilität: Beim Arbeitgeberwechsel kann der Vertrag mitgenommen oder das Kapital übertragen werden (§ 4 BetrAVG).

4So gehst du vor

  1. Bestand aufnehmen: Gibt es Altverträge? Wie viel der 8.112 Euro ist schon belegt, welche Zusagen bestehen?
  2. Rahmen festlegen: Entgeltumwandlung plus 15-Prozent-Zuschuss als Minimum - oder arbeitgeberfinanziert als Bindungsinstrument.
  3. Versorgungsordnung dokumentieren: Wer bekommt was ab wann? Das schützt vor Gleichbehandlungs-Streit und stillschweigender betrieblicher Übung.

5Häufige Fragen

Wie viel ist 2026 in der Direktversicherung steuerfrei?

8.112 Euro im Jahr (8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro, § 3 Nr. 63 EStG). Davon bleiben 4.056 Euro auch sozialversicherungsfrei.

Muss der Arbeitgeber etwas dazugeben?

Bei Entgeltumwandlung ja: 15 Prozent des umgewandelten Entgelts, soweit der Arbeitgeber durch die Umwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart (§ 1a Abs. 1a BetrAVG).

Wie wird die spätere Auszahlung besteuert?

Nachgelagert: Rente oder Kapitalleistung sind als sonstige Einkünfte voll steuerpflichtig (§ 22 Nr. 5 EStG). Gesetzlich krankenversicherte Rentner zahlen auf Betriebsrenten oberhalb des Freibetrags zusätzlich Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.

Gilt das auch für Gesellschafter-Geschäftsführer?

Ja - der GGF ist lohnsteuerlich Arbeitnehmer seiner GmbH. Beim beherrschenden GGF verlangt das Finanzamt eine im Voraus getroffene, schriftliche und fremdübliche Vereinbarung, sonst droht die verdeckte Gewinnausschüttung.

Was kommt nach der 8-Prozent-Grenze?

Die Unterstützungskasse: Sie kennt keine vergleichbare Höchstgrenze für die Dotierung aus dem Unternehmen (§ 4d EStG) und lässt die Bilanz der GmbH unberührt.

Nimm die Zahlen mit - und den nächsten Schritt gleich dazu

Den kompakten 4-Seiten-Report zu diesem Ratgeber gibt es als PDF zum Weitergeben ans Lohnbüro - und wenn du wissen willst, was die Grenzen für dich konkret bedeuten, rechnen wir es in 20 Minuten durch.

Rechtsgrundlagen: § 3 Nr. 63 EStG · § 22 Nr. 5 EStG · § 1a Abs. 1a und § 4 BetrAVG · § 1 Abs. 1 Nr. 9 SvEV · SV-Rechengrößenverordnung 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information - keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Die Beurteilung deines Einzelfalls gehört zu deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.