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Benefits · Ratgeber für Arbeitgeber

Betriebliche Unfallversicherung: Schutz, wenn die Berufsgenossenschaft nicht zahlt

Von Jan Ruhoff · Makler mit FliegeStand: 12. September 2026Lesezeit: ca. 5 Minuten

Die gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft greift nur bei echten Arbeits- und Wegeunfällen. Passiert es in der Freizeit – beim Sport, im Urlaub, zuhause – zahlt sie nicht. Die betriebliche Unfallversicherung (Gruppenunfallversicherung) schließt genau diese Lücke, für die ganze Belegschaft oder einzelne Gruppen.

Das Wichtigste vorab

Die Berufsgenossenschaft deckt ausschließlich Arbeits- und Wegeunfälle ab. Ein erheblicher Teil aller Unfälle passiert jedoch in der Freizeit – und bleibt damit ungedeckt. Die betriebliche Unfallversicherung schließt diese Lücke arbeitgeberfinanziert, gilt weltweit rund um die Uhr und ist als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar.

1Warum die gesetzliche Unfallversicherung nicht reicht

Gesetzliche Unfallversicherung (BG)Betriebliche Unfallversicherung
Geltungsbereichnur Arbeits- und Wegeunfälle24 Stunden weltweit
Freizeitunfällenicht versichertversichert
Invaliditätsleistungüber die Rentenlogik der BGvertraglich fixierte Summe (Gliedertaxe)
Zusatzleistungeni. d. R. keine Umbaukosten, Kur, Bergungtarifabhängig möglich
Wer zahltArbeitgeber, PflichtbeitragArbeitgeber, freiwillig, absetzbar

2Wer versichert werden kann

  • Die ganze Belegschaft oder einzelne Gruppen/Abteilungen – Staffelung ist möglich.
  • Der Unternehmer oder Geschäftsführer selbst – oft vergessen, aber genauso absicherbar.
  • Bei Selbstständigen auch Familienangehörige, je nach Tarif.
  • Höhere Summen für Führungskräfte als Zusatzbenefit, ohne dass alle dieselbe Summe erhalten müssen.

3Die Leistungsbausteine im Überblick

  • Invaliditätsleistung (Gliedertaxe): vertraglich fixierte Auszahlung je nach Körperteil und Invaliditätsgrad – dein Rechner dazu steht weiter unten.
  • Progression: bei vielen Tarifen steigt die Leistung überproportional mit dem Invaliditätsgrad – teils bis 350 % der Grundsumme.
  • Unfallrente: bei dauerhaftem Schaden ab einem bestimmten Invaliditätsgrad zusätzlich zur Einmalzahlung.
  • Sofortleistung: für notwendige Umbaukosten an Wohnung oder Auto nach einem Unfall.
  • Todesfallleistung: Absicherung der Angehörigen.
  • Kur- und Bergungskosten: tarifabhängig zusätzlich versicherbar.

4Gliedertaxen-Rechner: deine Beispielrechnung

Körperteil wählen, gewünschte Invaliditätsgrundsumme einstellen – der Rechner zeigt dir eine Beispielauszahlung.

Gewünschte Invaliditätsgrundsumme: 100.000 €
25.000 €500.000 €
Beispielauszahlung bei Arm (70 % Invaliditätsgrad)70.000 €

Beispielrechnung mit marktüblichen Werten, keine Zusage – die tatsächliche Gliedertaxe hängt vom gewählten Tarif ab. Progression ist hier nicht eingerechnet.

Angebot mit echter Gliedertaxe anfragen

5So gehst du vor

  1. Bestand prüfen: Sind Belegschaft oder Geschäftsführung aktuell überhaupt gegen Freizeitunfälle abgesichert?
  2. Gruppen festlegen: Soll die ganze Belegschaft dieselbe Summe erhalten, oder gestaffelt nach Position?
  3. Angebot einholen und einrichten – wir übernehmen Vergleich und Antrag.

6Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen gesetzlicher und betrieblicher Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft deckt ausschließlich Arbeits- und Wegeunfälle. Die betriebliche Unfallversicherung ergänzt das freiwillig und gilt 24 Stunden weltweit – auch in der Freizeit.

Sind Unfälle in der Freizeit mitversichert?

Ja, das ist der Kernpunkt der betrieblichen Unfallversicherung: Sie gilt rund um die Uhr, unabhängig davon, ob der Unfall beruflich oder privat veranlasst ist.

Wie funktioniert die Gliedertaxe – was bedeutet Invaliditätsgrad?

Die Gliedertaxe legt vertraglich fest, welcher Prozentsatz der vereinbarten Grundsumme bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit eines bestimmten Körperteils ausgezahlt wird. Ein Beinverlust zählt zum Beispiel anders als der Verlust eines Fingers.

Kann ich einzelne Mitarbeitergruppen unterschiedlich absichern?

Ja. Übliche Staffelung ist Gruppe A (überwiegend Bürotätigkeit) und Gruppe B (körperliche Tätigkeit), zusätzlich lassen sich einzelne Positionen wie die Geschäftsführung höher versichern.

Ist das etwas anderes als Unfall-Invest?

Ja. Unfall-Invest ist eine private Unfallrente mit Beitragsrückgewähr für Einzelpersonen. Die betriebliche Unfallversicherung hier ist die Gruppenlösung für die ganze Belegschaft, vom Arbeitgeber finanziert.

Belegschaft gegen Freizeitunfälle absichern

Wähle oben im Rechner Körperteil und Wunschsumme – oder frag direkt ein Angebot mit echter Gliedertaxe an.

Beiträge zur betrieblichen Unfallversicherung sind als Betriebsausgabe steuerlich abzugsfähig (§ 4 Abs. 4 EStG). Die gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaften richtet sich nach dem SGB VII. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information – keine Steuer-, Rechts- oder Versicherungsberatung. Gliedertaxen-Werte im Rechner sind marktübliche Beispielwerte ohne Bezug zu einem bestimmten Tarif; die tatsächliche Gliedertaxe legt der gewählte Vertrag fest.