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Einzelunternehmer & GmbH im Vergleich

Steuern sparen als Unternehmer 2026

Bis zu 45 Prozent Einkommensteuer oder rund 32 Prozent GmbH-Steuer: Die Progression trifft jeden Unternehmer, nur anders.

Lieber erst selbst rechnen? Zum Steuerlast-Rechner
DEIN STEUER-POTENZIAL-CHECK

In 2 Minuten zu deiner Steuer-Potenzialanalyse

Ein paar kurze Fragen zu Rechtsform und Gewinn, dann meldet sich Jan Ruhoff persönlich mit einer ersten Einschätzung, welche Hebel bei dir am meisten bringen. Die Feinjustierung machen wir gemeinsam mit deinem Steuerberater.

2 Minuten · kostenfrei · unverbindlich
Das klärst du auf dieser Seite
  • Deine Steuerlast im direkten Vergleich: Einzelunternehmer gegen GmbH-Geschäftsführer, mit dem Steuertarif 2026
  • Grenz- und Durchschnittssteuersatz, und warum die Progression nicht bei jedem Euro gleich zuschlägt
  • Basisrente als Einzelunternehmer: bis zu 30.826 Euro im Jahr absetzbar
  • Betriebliche Altersvorsorge, Unterstützungskasse und Lohnoptimierung als Geschäftsführer
  • Alle Berechnungen transparent und unabhängig
Keine Steuerberatung · 100 % unabhängig · Teil der Versuro Gruppe
Portrait von Jan Ruhoff, VERSIANER
Jan Ruhoff
Geschäftsführer VERSIANER · Makler mit Fliege · Annette-Allee 41, 48149 Münster
Prüft deine Angaben persönlich, bevor sich jemand meldet. Keine Hotline.
1Deine Situation2Deine Kontaktdaten
Deine Rechtsform
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Welche Hebel interessieren dich? (Mehrfachauswahl möglich)
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Steuerprogression 2026

Die Steuerstaffel: Was jeder weitere Euro Einkommen kostet

Die Einkommensteuer kennt keinen festen Satz, sondern fünf Stufen. Hier siehst du für Alleinstehende und für Ehepaare, wo jede Stufe beginnt, was sie kostet und wie viel Steuer bei deinem Einkommen anfällt, auf Wunsch mit Kindern.

Kurz erklärt

Die Einkommensteuer 2026 hat fünf Stufen. Bis 12.348 € zu versteuerndem Einkommen bleibt alles steuerfrei, danach steigt der Satz von 14 % auf 42 %. Der Spitzensteuersatz von 42 % gilt ab 69.879 €, die Reichensteuer von 45 % ab 277.826 €. Ehepaare mit gemeinsamer Veranlagung rechnen mit dem Splittingtarif, bei dem sich alle Grenzen verdoppeln: 24.696 € steuerfrei, Spitzensteuersatz ab 139.758 €. Jeder Satz gilt nur für den Teil des Einkommens in seiner Stufe, nie für das ganze Einkommen. Pro Kind zählt entweder das Kindergeld (3.108 € im Jahr) oder, wenn es mehr Steuer spart, der Kinderfreibetrag von 9.756 € für beide Eltern.

Wie wirst du veranlagt?

Grundtarif: Eine Person, ein Tarif. Alle Stufen gelten so, wie sie in der Staffel stehen.

Gemeint ist das Einkommen nach Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen, aber vor dem Kinderfreibetrag. Den rechnet der Rechner selbst dagegen.

Oder per Regler einstellen120.000 €
0 €300.000 €
Kinder mit Kindergeldanspruch

Das Finanzamt wählt von selbst, was günstiger ist: Kindergeld oder Kinderfreibetrag.

Die fünf Stufen der Einkommensteuer 2026

Hier liegst du: 120.000 €

Stufe 4 von 5: Spitzensteuersatz. Steuersatz auf den nächsten Euro: 42 %.

Die Höhe einer Stufe zeigt den Steuersatz auf den jeweils nächsten Euro. Die Breite der Stufen ist nicht maßstabsgetreu.

Einkommensteuer nach Tarif
39.264 €
Solidaritätszuschlag
2.160 €
Steuer gesamt
41.424 €
32,7 %
Durchschnittssteuersatz
Gesamte Steuer geteilt durch das zu versteuernde Einkommen.
42 %
Steuersatz auf den nächsten Euro
Von 1.000 € mehr Einkommen gehen 420 € an das Finanzamt, 580 € bleiben übrig (ohne Solidaritätszuschlag).
  1. 1Grundfreibetrag
    0 %
    Alleinstehend
    bis 12.348 €
    Ehepaar
    bis 24.696 €

    Bis hierher fällt keine Einkommensteuer an.

  2. 2Erste Progressionszone
    14 % bis 23,97 %
    Alleinstehend
    12.349 € bis 17.799 €
    Ehepaar
    24.697 € bis 35.599 €

    Der Satz startet bei 14 % und steigt bis 23,97 %.

  3. 3Zweite Progressionszone
    23,97 % bis 42 %
    Alleinstehend
    17.800 € bis 69.878 €
    Ehepaar
    35.600 € bis 139.757 €

    Der Satz steigt von 23,97 % bis zum Spitzensteuersatz von 42 %.

  4. 4Spitzensteuersatz
    42 %
    Alleinstehend
    69.879 € bis 277.825 €
    Ehepaar
    139.758 € bis 555.651 €

    Fester Satz von 42 % auf jeden weiteren Euro.

  5. 5Reichensteuer
    45 %
    Alleinstehend
    ab 277.826 €
    Ehepaar
    ab 555.652 €

    Fester Satz von 45 % auf jeden weiteren Euro.

In diesen Schichten wird das Einkommen besteuert

Der Satz einer Stufe gilt nur für den Teil des Einkommens, der in dieser Stufe liegt. Der Satz der obersten erreichten Stufe (42 %) trifft also nicht das ganze Einkommen: Im Schnitt sind es 32,7 %.

StufeEinkommen in dieser StufeSteuersatzSteuer auf diese Schicht
Grundfreibetrag12.348 €0 %0 €
Erste Progressionszone5.451 €14 % bis 23,97 %1.034 €
Zweite Progressionszone52.079 €23,97 % bis 42 %17.179 €
Spitzensteuersatz50.122 €42 %21.051 €
Einkommensteuer nach Tarif120.000 €im Schnitt 32,7 %39.264 €

Kinder: Kindergeld oder Kinderfreibetrag

Beides gleichzeitig gibt es nicht. Das Kindergeld wird laufend ausgezahlt, der Kinderfreibetrag senkt das zu versteuernde Einkommen. Bei der Steuererklärung rechnet das Finanzamt mit dem, was mehr bringt (Günstigerprüfung).

9.756 €
Kinderfreibetrag je Kind
4.878 € je Elternteil: 3.414 € Existenzminimum plus 1.464 € für Betreuung, Erziehung und Ausbildung
3.108 €
Kindergeld je Kind und Jahr
259 € im Monat, unabhängig vom Einkommen
etwa 86.000 €
Ab hier schlägt der Freibetrag das Kindergeld (Ehepaar, ein Kind)
Alleinstehende: ab etwa 43.000 €. Darunter ist das Kindergeld günstiger.

Wähle oben die Zahl der Kinder, dann siehst du hier die Günstigerprüfung für das eingestellte Einkommen.

Was bringt das Ehegattensplitting?

Das Splitting gibt es nur bei Zusammenveranlagung. Wechsle zu Ehepaar, um den Vorteil für das eingestellte Einkommen zu sehen.

Die Tarifzonen 2026 auf einen Blick

StufeAlleinstehendEhepaar (Splittingtarif)Steuersatz
Grundfreibetragbis 12.348 €bis 24.696 €0 %
Erste Progressionszone12.349 € bis 17.799 €24.697 € bis 35.599 €14 % bis 23,97 %
Zweite Progressionszone17.800 € bis 69.878 €35.600 € bis 139.757 €23,97 % bis 42 %
Spitzensteuersatz69.879 € bis 277.825 €139.758 € bis 555.651 €42 %
Reichensteuerab 277.826 €ab 555.652 €45 %

Zu versteuerndes Einkommen im Jahr in Euro, jeweils bis zur Obergrenze der Stufe. Tarif 2026 nach § 32a Einkommensteuergesetz, Splittingtarif nach § 32a Absatz 5.

Häufige Fragen zur Steuerprogression

Rechenbeispiel, keine Steuerberatung. Berechnet nach dem Einkommensteuertarif 2026 (§ 32a Einkommensteuergesetz), Kinderfreibetrag nach § 32 Absatz 6, Kindergeld nach § 66 und Solidaritätszuschlag nach dem Solidaritätszuschlaggesetz. Nicht berücksichtigt sind Kirchensteuer, Progressionsvorbehalt, Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge, Härteausgleich und weitere Sonderfälle.

Gesetzeslage: Für 2027 liegt ein Regierungsentwurf zur Anpassung des Einkommensteuertarifs vor, unter anderem mit höherem Grundfreibetrag und höherem Kindergeld. Bundestag und Bundesrat haben noch nicht zugestimmt, deshalb rechnet dieser Rechner mit dem geltenden Tarif 2026.

Zuletzt aktualisiert: 18.10.2026Steuerhebel für dein Einkommen ansehen

Deine Steuerlast 2026 im Vergleich: Einzelunternehmer oder GmbH-Geschäftsführer

Bewege den Regler auf deinen Jahresgewinn - und sieh in Echtzeit, wie unterschiedlich die Steuerprogression 2026 zuschlägt, und wie viel eine zusätzliche Vorsorge-Dotierung tatsächlich spart.

Bei der GmbH: Jahresüberschuss vor Steuern. Beim Einzelunternehmer: zu versteuerndes Einkommen aus dem Betrieb.
Basisrente beim Einzelunternehmer, betriebliche Altersvorsorge oder Unterstützungskasse bei der GmbH - beide senken die Steuerlast, indem sie den zu versteuernden Gewinn direkt mindern.

Einzelunternehmer / Freiberufler

Dein Grenzsteuersatz
42 %
Dein Durchschnittssteuersatz
34,5 %
Einkommensteuer ohne Hebel41.433 €
Einkommensteuer mit Basisrente41.433 €
Steuerersparnis durch die Basisrente0 €
Höchstbetrag Basisrente 2026: 30.826 € (ledig) bzw. 61.652 € (verheiratet), zu 100 % als Sonderausgabe absetzbar.

GmbH-Geschäftsführer

Steuerlast auf Unternehmensebene38.310 €
Gesamtsteuerlast ohne Hebel59.592 €
Gesamtsteuerlast mit betrieblicher Vorsorge59.592 €
Steuerersparnis durch die Dotierung0 €
Die Dotierung mindert den Gewinn vor Körperschaft- und Gewerbesteuer - bei der Unterstützungskasse ist sie der Höhe nach kaum gedeckelt.
Berechnet mit dem Gewerbesteuer-Hebesatz Münster (460 %, Stand 2026). Andere Städte weichen ab.
Vereinfachtes Modell auf Basis des Einkommensteuertarifs 2026 (§32a EStG), der Körperschaft- und Gewerbesteuer 2026 sowie der Abgeltungsteuer. Ohne Kirchensteuer und ohne individuelle Sonderausgaben - keine Steuerberatung, sondern eine Orientierung für das Gespräch mit deinem Steuerberater.

Deine Hebel: So senkst du deine Steuerlast konkret

Ob Einzelunternehmer, Freiberufler oder Gesellschafter-Geschäftsführer - für jede Rechtsform gibt es wirksame, legale Stellschrauben.

Für GmbH-Gesellschafter, Geschäftsführung, Prokura & Vorstand

Die Steuertreppe: sechs Stufen von 50 Euro bis zur Unterstützungskasse

Sachbezug, § 37b, Direktversicherung, Unterstützungskasse - jede Stufe hat ihre eigene Regel. Keine schließt die andere aus: Wo du einsteigst, hängt von deinem Bedarf und dem Budget deiner GmbH ab.

  1. Stufe 1
    Sachbezug - 50 Euro im MonatBis zu 600 Euro im Jahr schenkt die Firma jedem Arbeitnehmer - auch dem Gesellschafter-Geschäftsführer - steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Freigrenze, kein Freibetrag: schon ein Cent drüber, und der ganze Monatsbetrag wird steuerpflichtig.Ratgeber: Sachbezug in Gold
  2. Stufe 2
    § 37b EStG - bis 10.000 Euro im JahrReicht der Sachbezug nicht, pauschaliert § 37b EStG Sachzuwendungen bis 10.000 Euro je Person und Jahr mit 30 % Lohnsteuer zzgl. Soli - die Firma zahlt die Steuer, nicht du.Ratgeber: § 37b EStG in der Praxis (weiter unten)
  3. Stufe 3
    Direktversicherung - bis 8.112 Euro im Jahr steuerfrei (2026)Ab hier wird aus dem Sachwert-Baustein echte Altersvorsorge: bis zu 8.112 Euro im Jahr steuerfrei aus dem Bruttogehalt (8 % der Beitragsbemessungsgrenze, § 3 Nr. 63 EStG) - beim beherrschenden GGF ohne Sozialversicherungseffekt.Ratgeber: Direktversicherung 2026
  4. Stufe 4
    Unterstützungskasse - kein fester HöchstbetragWer über die Grenzen der Direktversicherung hinaus vorsorgen will: Der Dotierungsrahmen richtet sich nach dem individuellen versicherungsmathematischen Bedarf der Firma - in Größenordnungen, die kein Sachbezug erreicht.Unterstützungskasse-Ratgeber lesen
  5. Stufe 5
    Team-Sachbezug und MitarbeitervorsorgeWas für dich als Geschäftsführer funktioniert, funktioniert auch fürs Team: 50 Euro mal Anzahl Mitarbeitende mal zwölf Monate - ein Baustein für Mitarbeiterbindung, der mehr wiegt als sein kleiner Betrag pro Kopf vermuten lässt.Mitarbeiter-Vorsorge ansehen
  6. Stufe 6
    Immobilie als KlammerDie fünf Stufen darüber sind Bausteine im Mantel der Firma - sie ersetzen nicht die Immobilie oder den ETF im eigenen Depot, sondern stehen als weiterer Topf daneben, mit eigener Steuerlogik.Immobilien als Kapitalanlage
Das Prinzip dahinter

Keine der sechs Stufen schließt die andere aus - nach dem BMF-Schreiben vom 19. Mai 2015 zählt eine pauschal nach § 37b versteuerte Zuwendung zum Beispiel nicht gegen die 50-Euro-Freigrenze des Sachbezugs. Die Reihenfolge ist keine Checkliste zum Abarbeiten, sondern eine Landkarte.

Sicher gehen

Am sichersten klärst du deinen konkreten Fall mit einer Anrufungsauskunft nach § 42e EStG - dein Finanzamt bestätigt dir kostenlos, schriftlich und bindend, wie eine geplante Gestaltung bei dir zu behandeln ist.

Anrufungsauskunft nach § 42e EStG

Weitere Hebel in der GmbH

Zusätzlich im Blick - gemeinsam mit deinem Steuerberater:

  • Geschäftsführervertrag als Türöffner für alle weiteren Gestaltungen
  • Immobilien als Kapitalanlage über die GmbH
  • Pensionszusage (Direktzusage) als Alternative zur Unterstützungskasse

Diese Übersicht ersetzt keine Steuerberatung. Wir zeigen dir die Hebel und begleiten die Umsetzung - die konkrete Ausgestaltung stimmen wir gemeinsam mit deinem Steuerberater ab.

So wirkt sich das in der Praxis aus

Zwei durchgerechnete Beispiele – mit echten Zahlen für das Steuerjahr 2026.

Fallbeispiel · Einzelunternehmer

Der selbstständige IT-Berater

150.000 € Jahresgewinn, ledig, keine Basisrente bisher. Durch den vollen Rürup-Höchstbetrag sinkt die zu versteuernde Bemessungsgrundlage sofort um 30.826 €.

150.000 €
Jahresgewinn
ledig, Steuerjahr 2026
54.726 €
Steuerlast ohne Basisrente
Einkommensteuer + Soli, Ø 36,5 %
41.067 €
Steuerlast mit Basisrente
30.826 € Rürup-Beitrag abgesetzt
13.659 €
Steuerersparnis in diesem Jahr
Netto-Kosten der Vorsorge nur 17.167 €

Die vollen 30.826 € fließen als Kapital in die eigene Altersvorsorge – und kosten nach Steuerersparnis nur rund 17.167 € aus der eigenen Tasche.

Verheiratete verdoppeln den Höchstbetrag auf 61.652 € im Jahr.

Fallbeispiel · GmbH-Geschäftsführer

Der Gesellschafter-Geschäftsführer

200.000 € Jahresüberschuss vor Steuern, Hebesatz Münster 460 %. Statt 50.000 € Gewinn auszuschütten, dotiert die GmbH eine Unterstützungskasse für den Geschäftsführer.

200.000 €
Jahresüberschuss der GmbH
vor Steuern, Hebesatz Münster 460 %
50.000 €
Dotierung Unterstützungskasse
volle Betriebsausgabe vor Steuern
25.060 €
Netto bei sofortiger Ausschüttung
nach Unternehmenssteuer und Abgeltungsteuer
50.000 €
Vorsorgekapital über die Unterstützungskasse
fast das Doppelte des Ausschüttungs-Nettos

Erst bei Rentenbeginn wird die Unterstützungskassen-Rente versteuert – meist mit einem spürbar niedrigeren persönlichen Steuersatz als heute im aktiven Berufsleben.

Zusätzlich sinkt die Unternehmenssteuerlast der GmbH in diesem Jahr um 15.962,50 €.

Vereinfachte Beispielrechnung auf Basis des Einkommensteuertarifs, der Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie der Abgeltungsteuer 2026. Ohne Kirchensteuer und individuelle Besonderheiten – keine Steuerberatung im Einzelfall.

Lohn-Praxis für Arbeitgeber und Lohnbüros · zwei Werkzeuge, ein Abschnitt

§ 37b Pauschalierung und § 42e Anrufungsauskunft: die zwei Werkzeuge, die jede Gehaltsgestaltung absichern

Wer Geschenke, Incentives oder Sachwerte sauber versteuern und neue Gehaltsbausteine vorab vom Finanzamt bestätigen lassen will, braucht genau diese beiden Paragrafen. Beide Ratgeber stehen hier vollständig, mit Randziffern, Rechenbeispiel, Praxisfall aus Berlin und FAQ.

Werkzeug 1 · Steuern & Lohn · für Arbeitgeber und Lohnbüros

§ 37b EStG in der Praxis: Geschenke und Sachzuwendungen bis 10.000 Euro sauber pauschalieren

Von Jan Ruhoff · Makler mit FliegeStand: 28. August 2026, geprüft 03.10.2026Lesezeit: ca. 4 Minuten

Kundengeschenke, Incentives, Sachwerte fürs Team: § 37b EStG lässt dich als Zuwendenden die Steuer pauschal übernehmen. Dieser Ratgeber sortiert Wahlrecht, Grenzen, Fristen und Sozialversicherung - mit den Randziffern des BMF-Schreibens, auf die es in der Betriebsprüfung ankommt.

Die Mechanik in einem Absatz

Betrieblich veranlasste Sachzuwendungen, die zusätzlich zur ohnehin vereinbarten Leistung oder zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden und nicht in Geld bestehen, kannst du pauschal mit 30 Prozent Einkommensteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag versteuern. Die Pauschalsteuer gilt als Lohnsteuer, wird mit der Lohnsteuer-Anmeldung beim Betriebsstättenfinanzamt angemeldet und wirkt beim Empfänger abgeltend: Die Zuwendung bleibt bei ihm außer Ansatz. Wichtig: Das ist keine Steuerbefreiung - die Steuer wird gezahlt, nur pauschal und von der Firma. Der Empfänger ist über die Pauschalierung zu unterrichten (formfrei, BMF Rz. 30).

1Die Regeln, an denen Betriebsprüfungen hängen

RegelInhalt
Einheitliches WahlrechtFür alle Zuwendungen eines Wirtschaftsjahres einheitlich - kein Rosinenpicken je Geschenk. Dritte (Abs. 1) und eigene Arbeitnehmer (Abs. 2) sind getrennt wählbar (Rz. 4). Ausübung spätestens mit der letzten Lohnsteuer-Anmeldung des Wirtschaftsjahres (Rz. 7-8a).
BemessungsgrundlageAufwendungen einschließlich Umsatzsteuer (Rz. 14) - bei umsatzsteuerfreiem Anlagegold der Kaufpreis samt Nebenkosten.
10.000-€-DoppelgrenzePauschalierung ausgeschlossen, soweit die Aufwendungen je Empfänger und Wirtschaftsjahr 10.000 € übersteigen (Höchstbetrag) oder eine Einzelzuwendung über 10.000 € liegt (Höchstgrenze, Rz. 21).
Verhältnis zur 50-€-FreigrenzePauschal besteuerte Vorteile bleiben bei der Prüfung der Freigrenze außer Ansatz (Rz. 17) - beide Instrumente laufen nebeneinander.
SozialversicherungBeitragsfrei nur bei Zuwendungen an Arbeitnehmer DRITTER (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 14 SvEV). Bei eigenen Arbeitnehmern bleibt die Zuwendung beitragspflichtig; beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer entfällt die Frage.

2Das Rechenbeispiel

Die GmbH gibt ihrem Geschäftsführer Sachwerte für 10.000 Euro zusätzlich zum Gehalt. Pauschalsteuer: 3.000 Euro plus 165 Euro Solidaritätszuschlag = 3.165 Euro; Gesamtaufwand 13.165 Euro, als Betriebsausgabe abziehbar. Zum Vergleich: Ein Bruttobonus, von dem bei 42 Prozent Grenzsteuersatz plus Soli 10.000 Euro netto ankommen, müsste rund 17.960 Euro betragen (ohne Kirchensteuer und Sozialversicherung gerechnet). Das ist ein Rechenbeispiel, keine Anlage- und keine Steuerberatung.

3Fünf Fehler aus der Prüfungspraxis

  • „Steuerfrei“ erzählt: § 37b ist keine Steuerbefreiung. Die Steuer wird gezahlt - pauschal, von der Firma.
  • Geld statt Sache: Geldleistungen sind nie pauschalierbar; der Anspruch muss auf die Sache gerichtet sein.
  • Wahlrecht zerpflückt: Einzelne Geschenke individuell, andere pauschal - unzulässig; das Jahr wird je Kreis einheitlich behandelt.
  • Empfänger nicht informiert: Die Unterrichtung ist Pflicht (formfrei) - gerade bei Geschenken an Geschäftspartner relevant.
  • Sozialversicherung vergessen: Bei eigenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern kommen Beiträge auf die Zuwendung obendrauf.

4So gehst du vor

  1. Zuwendungsarten inventarisieren: Kundengeschenke, Incentives, Team-Sachwerte - je Kreis (Dritte / eigene Arbeitnehmer) sortieren.
  2. Wahlrecht bewusst entscheiden und im Lohnbüro hinterlegen; Unterrichtungs-Textbaustein festlegen.
  3. Grenzfälle vorab klären: Anrufungsauskunft nach § 42e EStG beim Betriebsstättenfinanzamt - gebührenfrei. Wie das geht, steht direkt unter diesem Ratgeber.

5Häufige Fragen zu § 37b

Ist § 37b EStG eine Steuerbefreiung?

Nein. Die Steuer wird gezahlt - pauschal mit 30 Prozent plus Solidaritätszuschlag, getragen von der Firma. Beim Empfänger bleibt die Zuwendung außer Ansatz, er zahlt darauf keine weitere Einkommensteuer.

Wie hoch ist die Grenze?

Doppelt gedeckelt: 10.000 Euro je Empfänger und Wirtschaftsjahr als Höchstbetrag - und keine Einzelzuwendung über 10.000 Euro (BMF Rz. 21).

Zählt eine pauschalierte Zuwendung gegen die 50-Euro-Freigrenze?

Nein - pauschal besteuerte Vorteile bleiben bei der Prüfung der Freigrenze außer Ansatz (BMF Rz. 17). Beide Instrumente lassen sich kombinieren.

Fallen Sozialabgaben an?

Bei Zuwendungen an Arbeitnehmer dritter Unternehmen nicht (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 14 SvEV). Bei eigenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern bleibt die Zuwendung beitragspflichtig. Beim beherrschenden GGF stellt sich die Frage nicht, weil keine Sozialversicherungspflicht besteht.

Bis wann muss ich mich entscheiden?

Das Wahlrecht wird spätestens mit der letzten Lohnsteuer-Anmeldung des Wirtschaftsjahres ausgeübt (BMF Rz. 7-8a) - und gilt dann einheitlich für alle Zuwendungen des Jahres im jeweiligen Kreis.

Vom Paragrafen zum Plan

Der 4-Seiten-Report bündelt Randziffern, Rechenbeispiel und die fünf Fehler als PDF fürs Lohnbüro. Und wie der § 37b in die größere Leiter passt - vom 50-Euro-Sachbezug bis zur Unterstützungskasse - liest du im Flaggschiff-Ratgeber.

Rechtsgrundlagen: § 37b EStG · BMF-Schreiben vom 19. Mai 2015 (IV C 6 - S 2297-b/14/10001), Rz. 4, 7-8a, 14, 17, 21, 30 · § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 14 SvEV · § 42e EStG. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information - keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Die Beurteilung deines Einzelfalls gehört zu deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.

Werkzeug 2 · Steuern & Lohn · für Arbeitgeber und Lohnbüros

Die Anrufungsauskunft nach § 42e EStG: das unterschätzte Absicherungsinstrument der Lohnabrechnung

Von Jan Ruhoff · Makler mit FliegeStand: 28. August 2026, geprüft 03.10.2026Lesezeit: ca. 4 Minuten

Bevor ein neuer Gehaltsbaustein in die Abrechnung geht, kannst du als Arbeitgeber dein Betriebsstättenfinanzamt fragen - schriftlich, gebührenfrei, mit bindender Antwort. Hier steht, wann sich das lohnt, was in den Antrag gehört und wie ein echter Fall aus Berlin aussieht.

Was die Anrufungsauskunft kann - und was nicht

Nach § 42e EStG hat jeder Arbeitgeber Anspruch darauf, dass das Betriebsstättenfinanzamt auf Anfrage mitteilt, wie die Vorschriften über die Lohnsteuer in seinem konkreten Fall anzuwenden sind. Die Auskunft ist gebührenfrei und bindet das Finanzamt im Lohnsteuerabzugsverfahren gegenüber dem Antragsteller - nicht aber die spätere Einkommensteuerveranlagung des Arbeitnehmers, und nicht andere Arbeitgeber. Sie erlischt, wenn die zugrunde liegenden Rechtsvorschriften geändert werden.

1Wann sie Gold wert ist

  • Neue oder ungewöhnliche Gehaltsbausteine: Sachbezug in Edelmetallen, Budgettarife der betrieblichen Krankenversicherung, Kombinationen an der 50-€-Freigrenze, Pauschalierungen nach § 37b.
  • Bewertungsfragen: Zählen Nebenkosten, Verwahrentgelte, Wallet-Gebühren in die Freigrenze? Auf welchen Zeitpunkt wird bewertet?
  • Gestaltungen beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer, bei denen die Lohnabrechnung später nicht diskutieren soll.

2Ein echter Fall: die Berliner Auskunft vom 15. Oktober 2024

Vom Finanzamt bestätigtes Prinzip: Das Finanzamt für Körperschaften III in Berlin hat einem Arbeitgeber mit Anrufungsauskunft vom 15. Oktober 2024 schriftlich bestätigt: „Der Erwerb von Anteilen an Edelmetallen im Wert von 50 €/Monat ist als Sachbezug nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG steuerfrei." Die Auflagen aus dem Bescheid: keine Geldleistung, ausschließlich die beschriebenen Edelmetall-Anteile, keine börsengehandelten wertpapierähnlichen Investments - und die Auskunft bindet nur den Antragsteller. Genau deshalb gehört die eigene Anrufungsauskunft an den Anfang jeder Umsetzung. Die geschwärzte Fassung des Bescheids (personenbezogene Daten entfernt): PDF ansehen.

3Was in den Antrag gehört

  1. Sachverhalt präzise beschreiben: Wer bekommt was, in welcher Höhe, ab wann; bei Sachbezügen: Sache statt Geld, Verwahrung, Auslieferungsanspruch, keine börsengehandelten wertpapierähnlichen Konstrukte.
  2. Konkrete Rechtsfragen stellen: nummeriert und beantwortbar - etwa: Liegt ein Sachbezug im Sinne des § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG vor? Ist die Zusätzlichkeit erfüllt? Wie sind Nebenkosten zu bewerten?
  3. Eigene Würdigung anfügen: kurz begründen, wie du den Fall siehst und abrechnen willst - das beschleunigt die Antwort.
  4. Unterlagen beilegen: Entwurf der Zusatzvereinbarung, Produkt- und Preisinformationen.

4Die Spielregeln danach

  • Sachverhalt einhalten: Die Bindung gilt nur, solange die Umsetzung dem beschriebenen Sachverhalt entspricht - Abweichungen dokumentieren und nachfragen.
  • Nur für den Antragsteller: Die Auskunft eines anderen Arbeitgebers - und sei sie noch so einschlägig - wirkt für deinen Fall rechtlich nicht. Sie taugt als Blaupause, nicht als Schutz.
  • Rechtsänderungen im Blick: Ändern sich Gesetz oder Verwaltungsauffassung, tritt die Auskunft außer Kraft.
Werkzeug: der Anrufungsauskunft-Generator

Aus deinen Eckdaten entsteht in zwei Minuten ein vollständiger Brief-Entwurf - Firma, Betriebsstättenfinanzamt (mit zoombarer Deutschlandkarte und offizieller BZSt-Suche), Sachverhalt, nummerierte Rechtsfragen, Anlagenliste. Alles läuft im Browser, nichts wird übertragen. Vor dem Versand: mit deiner Steuerberatung abstimmen.

5Häufige Fragen zur Anrufungsauskunft

Was kostet eine Anrufungsauskunft?

Nichts - sie ist nach § 42e EStG gebührenfrei. Das unterscheidet sie von der verbindlichen Auskunft nach § 89 AO, die kostenpflichtig ist.

Wie lange bindet die Auskunft?

Sie bindet das Finanzamt im Lohnsteuerabzugsverfahren, solange der Sachverhalt dem Antrag entspricht und die Rechtslage unverändert bleibt. Sie kann mit Wirkung für die Zukunft aufgehoben werden und erlischt bei Rechtsänderungen.

Hilft mir die Auskunft eines anderen Arbeitgebers?

Rechtlich nein - sie bindet nur den Antragsteller. Als Blaupause für den eigenen Antrag ist sie trotzdem wertvoll, wie das Berliner Beispiel zeigt.

Bindet die Auskunft auch die Veranlagung des Arbeitnehmers?

Nein - sie wirkt im Lohnsteuerabzugsverfahren des Arbeitgebers. Die spätere Einkommensteuerveranlagung des Arbeitnehmers kann davon abweichen.

In zwei Minuten zum Brief-Entwurf

Der Generator baut deinen Antrag mit Finanzamt-Suche, Metall- und Verwahrungs-Auswahl - und der 4-Seiten-Report fasst diesen Ratgeber als PDF zusammen.

Rechtsgrundlagen: § 42e EStG · § 8 Abs. 2 Satz 11 und Abs. 4 EStG · Anrufungsauskunft des Finanzamts für Körperschaften III Berlin vom 15. Oktober 2024 (geschwärzt veröffentlicht, s. o.). Dieser Ratgeber ist allgemeine Information - keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Die Beurteilung deines Einzelfalls gehört zu deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.

Häufige Fragen

Die wichtigsten Fragen unserer Mandanten

Kurz und ehrlich beantwortet - bevor du dich für ein Erstgespräch entscheidest.

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